Die erste Woche

Die erste Woche ist vergangen. Eine aufregende Woche. Ich habe eine menge erlebt und möchte euch nun davon erzählen. Als erstes, ich bin gut angekommen. Zwar sehr viel später als geplant, aber ich bin angekommen. Da meine Gastfamilie sehr religiös ist, wurde ich gleich am Donnerstag gefragt, ob ich nicht Lust hätte an einer Kirchenveranstaltung teilzunehmen. Wir würden Pizza backen, hieß es. Es wurde, obwohl ich ziemlich geschafft wahr, doch recht lustig. Die Pizza wurde nämlich nicht im Ofen gebacken wie es normalerweise üblich ist, sondern in Töpfen auf einem Grill. Sie war ein bisschen angebrannt, schmeckte aber toll. Nachdem wir dann am Donnerstag nach Hause gekommen sind, gab es Geschenke. Für mich. Ein T-Shirt, eine Schultasche, ein Base Cap, ein Kalender, das was man als normaler Schüler halt so braucht. Ich fand das toll. Ich bedankte mich und ging zu Bett. Nach 27 stunden auf den Beinen.

Am nächsten Tag bin ich, wahrscheinlich wegen der Zeitverschiebung, sehr früh aufgewacht. Es wurde ein lustiger Tag, denn die Band der Schule, auf die mein deutscher und mein amerikanischer Gastbruder gehen, hat ein Grillfest gegeben, bei dem wir natürlich nicht fehlen durften. Meine Gastmutter gehört zum Förderverein der Band und hat deswegen einen Stand aufgebaut, an dem Mitgliedschaften für den Verein und Lose für drei Gewinnspiele, genannt „Rattle“, verkauft wurden. Und weil sie das nicht allein machen konnte, habe ich ihr geholfen. Am Ende habe ich sogar selbst mitgespielt und natürlich nix gewonnen. Aber nun zum Grillen. Wenn ein Amerikaner grillt unterscheidet sich das sehr deutlich von einer deutschen Grillparty. Denn während wir deutschen Bratwurst und Steaks grillen, grillt der Amerikaner Hamburgerbuletten und Hotdogwürstchen. Also reines Fastfood. Schmeckt aber trotzdem extrem lecker! Nach dem Essen hat die Band etwas vorgespielt und dann sind wir nach Hause gefahren. Aber nicht den normalen weg, sondern über den „Strip“. Das ist die Straße an der die ganze Casinos und Hotels stehen. Da wir da waren als es dunkel war, war es atemberaubend. Vorm Bellagio ging die Fontaine und es war einfach nur toll. Photo Sharing and Video Hosting at Photobucket

Das ist das Bellagio, mit der Fontaine davor...

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn mein kleiner Gastbruder hatte einen Triathlon vor sich. Die gesamte Familie ist super sportlich. Wie auch immer, jedenfalls war es extrem erschreckend, wozu Amerikaner fähig sind. Denn sie „foltern“ mit Vorliebe ihre Kinder! Der Triathlon war nun extra früh anberaumt, damit die Hitze den Kindern nicht ganz so zu schaffen machte (Durchschnittstemperatur in Las Vegas: 35° C), dennoch konnte man schon um elf Uhr nicht mehr rennen. Trotzdem haben sie ihre Kinder dazu gequält weiterzurennen. Und es handelte sich nicht um 10-16 jährige, auch 5-6 jährige waren am Start! Nachdem die Tortur zu Ende war ging es zum nächsten Barbecue. Diesmal von EF, meiner Austauschorganisation ausgerichtet. Es war mehr eine Poolparty und super lustig. Jeder Austauschschüler hat etwas zu essen aus seiner Heimat mitgebacht, und es waren bestimmt 30 Austauschschüler da!!! Ich könnt euch also vorstellen, wie groß das Buffet war. Es wurde ein lustiger Abend.

Der nächste Tag begann mit dem sonntäglichen Kirchenbesuch. Eine ziemlich langeweilige Prozedur. Denn nach der Stunde Gottesdienst, folge eine weitere stunde Bibeldeuten, natürlich streng nach Altersklassen getrennt, dann eine halbe Stunde Versammlung, nach Geschlechtern getrennt und zum Abschluss noch eine halbe Stunde unterricht. Der Gottesdienst ist der langweiligste Part von allen. Selbst der Bischof (von der Gemeinde gewählt) ist eingeschlafen, wie ein großer Teil der gläubigen auch. Meine Gastmutter hat mit meinem kleinen Gastbruder Käsekästchen gespielt. Nur der Gesang hat alle wieder aufgeweckt. Und es wurde viel gesungen. Der Tag endete mit einem üppigen Abendbrot und viel Fernsehen. Denn wenn die Amerikaner etwas können ist es fernsehen.

Montag ging die Schule dann richtig los, d.h. für meine drei Gastbrüder. Ich hatte ja immer noch keinen Schulplatz, was sich erst am Dienstag ändern sollte.

Mittwoch war dann auch mein erster Schultag. Die Schule, auf die ich gehe, unterscheidet sich von einer deutschen Schule (und von einer amerikanischen Schule), wie Tag (Deammerung) und Nacht...haette ich die Schule vorher gekannt, haette ich niemals eingewilligt dorthin zu gehen! es ist...verschieden, auf eine weise, die ich nicht kennenlernen wollte. ich bin auf einer schule, auf die schueler gehen, die die normale highschool nicht schaffen, oder nicht schaffen wollen. die Lehrer und sekretaerinnen und auch die direktorin sind furchtbar nett...ehrlich!!! sie sind super, die schueler auch, aber irgendwie...ich wurde freundlich aufgenommen, habe komplimente fuer meine augen bekommen...es ist okay, aber ich werde bestimmt nach dem halbjahr wechseln. meine klasse besteht aus meiner mir unbekannten anzahl von schuelern, weil in der jeder stunde einer da war, der in der vorhergehenden stunde nicht da war und einer gefehlt hat, der in der vorhergehenden stunde da war. ist das logisch????????? in der letzten stunde, waren wir nur noch zu dritt!!!! die schule, hat nichmal richtig amerikanische Tische!!! Ihr wisst schon, die wo man sich so seitwaerts reinsetzt und der tisch am stuhl befestigt ist. nur einer meiner klassenraeume ist so eingerichtet. das ist der chemieraum. wenn man ihn so nennen moechte. es gibt dort keinen wasser- geschweige denn einen gasanschluss. ausserdem wette ich 30$, dass sich in diesem raum keine chemikalie befindet, ausser das putzmittel im spuelwasser der putzfrauen.

31.8.07 20:53

bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lisa (1.9.07 23:26)
Schön, dass du gut (wenn auch nicht auf dem schnellsten Wege) angekommen bist und interessant, dass sich der größte Teil deines Textes bereits jetzt ums Essen dreht!;-)
So langsam macht sich in mir die Befürchtung breit, dass in einem Jahr ein Fast Food liebender, tiefreligiöser, Spülwasser schnüffelnder Triathlet mit einem Faible fürs Glücksspiel wiederkommt!
Mach dem Qualitätsgarant Germany alle Ehre und exportiere Bildung an die Schule! "Made in Germany"! Wir hören uns! Achso, zum Schluss möchte ich dir anlässlich deines morgigen Geburtstages noch ein paar üs, ös, äs und ßs schenken: üs, ös, äs und ßs


(8.9.07 02:41)
Lol, das mit der Schule hoert sich lustig an,
ich muss ehrlich sagen, dass meine Schule genau das
Gegenteil ist, ich find die Schule einfach klasse.
Dafuer ist meine Familie nicht so der Knaller. Naja

Viel Spass noch in der Schule.


Tante Torsten / Website (8.9.07 17:42)
Hallo Neffe,

im Amerika der unbegrenzten Möglichkeiten ( Geisteskranke an die Macht)scheint es in Wirklichkeit nur um Kirche und Essen zu dreehn!??? Zwischendurch die eigenen Plagen durch die Prärie jagen (Triathlon)und der erste Shoppingausflug nach Vegas.
Denk dran, Muddern führt das Kassenbuch, deshalb nur kleine Beträge auf die Null und bei Gewinn einen Ablaßschein für mich von diesem unseren Land.
Hurra und hab ne gute Zeit.
PS: in Krimis mit crazy scoolkids hat immer der Hausmeister die Waffen.... Peng

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